Karl Unterkircher

Ein Extrembergsteiger, der für seinen Traum gekämpft hat und für die Faszination der Bergwelt gelebt hat.

Geboren wurde Karl Unterkircher am 27. August 1970 und verbrachte seine jungen Jahre mit Freizeitbeschäftigungen wie Fußballspielen und Skifahren. Nach der Mittelschule wurde er Automechaniker und bereits in diesen Jahren verzeichnete Karl Unterkircher seine ersten Klettertouren. Schließlich, im Jahre 1997, absolvierte er die Bergführerprüfung und machte seine Leidenschaft zum Beruf.

Seinen größten Erfolg erzielte Unterkircher im Jahre 2004, als er zum 50. Jubiläum der Erstbesteigung des K2 die Einladung bekam, den Mount Everest mit 8.848 m und den K2 mit 8.611 m zu besteigen. Unterkircher kam gerne dieser Einladung nach und schaffte es in nur 63 Tagen, ohne Zuhilfenahme von zusätzlichen Sauerstoff, die Gipfel zu erklimmen und wurde daher ins “Guinnes Buch der Rekorde” aufgenommen. Von hier an ging seine Karriere als Extrembergsteiger steil bergauf. Und so stand mindestens eine Expedition im Jahr auf seinem Kalender, alle im Alpinen Stil, ohne Zuhilfenahme von Sherpas und künstlichem Sauerstoff. Fast allesamt dieser Touren waren Erstbesteigungen. So zog ihn auch seine Abenteuerlust auf die klettertechnisch sehr schwierige Südwand des Jasemba (7.350 m) im Himalaya. Gemeinsam mit Hans Kammerlander gelang ihm das Vorhaben am 22. Mai 2007. Im selben Jahr am 20. Juli konnte Unterkircher zusammen mit Daniele Bernasconi und Michele Compagnoni über die Nordwand den Gipfel des Gasherbrum II auf 8.034 m bezwingen und somit auch die erste Ost/West Überschreitung von China nach Pakistan. Für diese Expedition erhielt Karl Unterkircher den 1. Preis Riccardo Cassin 2007 und den 1. Preis des Paolo Consiglio 2008 vom Akademischen Alpenverein Italien (C.A.A.I.).

Im Juli 2008 sollte sich Karl Unterkircher auf seine letzte Expedition begeben. Die Rakhiot-Wand des Nanga Parbat in Pakistan war sein nächstes Ziel. Die “Teufelswand”, so wie er sie nannte, sollte ihm zum Verhängnis werden. Der Nanga Parbat ist der neunthöchste Berg der Welt und sein Name in der Landessprache bedeutet “Nackter Berg”. Gemeinsam mit mit Walter Nones und Simon Kehrer wollte Unterkircher den 8.125 Meter hohen Nanga Parbat besiegen und ihn auf einer neuen Route besteigen. Doch soweit kam es nicht: auf einer Höhe von 6.500 Metern stürzte Unterkircher am 15. Juli 2008 in eine Gletscherspalte, beim Suchen eines geeigneten Zeltplatzes.

Karl Unterkircher erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine besonderen Leistung. Im Jahr 2004 wurde er zum Ehrenbürger von Wolkenstein gekrönt. Zwei Jahre später erhielt er den Verdienstorden der italienischen Republik “Cavaliere ufficiale dell’Ordine al Merito della Repubblica italiana”. Karl Unterkircher war seit 2005 Präsident des Aiut Alpin Dolmites und im Dezember 2007 wurde er mit dem “Cator d’or”, eines besonderen Auszeichnung für alpine Leistungen seitens der Klettergilde Catores St. Ulrich, ausgezeichnet.

Karl Unterkircher hinterlässt seine Lebensgefährtin Silke und seine drei Kinder Alex, Miriam und Marco. Silke Unterkircher hat im Jahr 2009 ein Buch über das Leben von Karl Unterkircher veröffentlicht, “L’ultimo abbraccio della montagna” (Rizzoli). In Form eines Tagebuches über die eigentliche Expedition am Nanga Parbat erzählen Simon Kehrer und Walter Nones im Buch “È la montagna che chiama” (Mondadori).

“Wir sind geboren und eines Tages werden wir sterben. Dazwischen liegt das Leben! Ich nenne es das Geheimnis, niemand von uns besitzt den Schlüssel dafür. Das Leben liegt in Gottes Hand… und wenn er uns ruft… dann müssen wir gehen.” (Karl Unterkircher)

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