Sagen & Legenden

Hexen, Riesen und geheimnisvolle Wesen… sogar eine Nachtigall kommt in den zahlreichen Sagen des Grödnertales vor.

Die Grödner Bergwelt, besonders die Gegend um den Langkofel, regen seit jeher die Fantasie der Bewohner dieses ladinischen Tales an. Naturereignisse und seltsame Geschehnisse werden mit geheimnisvollen Wesen oder kraftvollen Mächten von Tier und Mensch erklärt.

Im Gebiet des Sellastocks lebten in längst vergangenen Zeiten Riesen, gutmütige Gesellen. Eine Sage erzählt von einem Riesen namens Langkofel, ein wahrer Schelm, der auch den Bewohnern des Tales gerne Streiche spielte. Als er auch auf Diebestour ging, beschlossen seine Gefährten, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Nach seinem dritten Ausflug, den er beharrlich leugnete, wurde er vor den Ältestenrat zitiert, und dazu verdonnert, sprichwörtlich im Erdboden zu versinken. An ihn erinnert heute noch seine in den Himmel ragende Hand, die Fünffingerspitze.

Zu Füßen des Langkofels soll sich aber auch ein Schloss befunden haben. Als die Königstochter eine Nachtigall vor den Fängen eines Habichts rettete, versprach ihr diese, dass nun auch sie sich auf Wunsch in eine Nachtigall verwandeln könne. Nur der Tod eines Menschen konnte diesen Gestaltenwandel unterbinden. Mit ihrem Gesang verzauberte die Königstochter bald einen einsamen Ritter, der in der Nähe wohnte. Er war zornig und verscheuchte sie durch seinen Groll. Als sie schlussendlich den Mut fand wieder als Nachtigall zurückzukehren, fand sie den Ritter tot im Hof. Der Tod eines Menschen… und die Königstochter musste als Nachtigall weiterleben.

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